Dresdens Kirchenglocken erinnern heute ab 21.50 Uhr an das Inferno

Es ist Tradition, dass sich seit 1946 an jedem 13. Februar, ab 21.50 Uhr, die Glocken aller Dresdner Kirchen zu einem machtvollen Klagelied vereinen. Der Glockenschall erinnert an die grausame Bombardierung einer der schönsten Barockstädte Europas und wirkt der Relativierung dieses Infernos entgegen. Am 13. Februar 1945, 22.13 Uhr, brach über Dresden - hier leben 600.000 Einwohner und eine halbe Million Flüchtlinge - die Hölle, der wohl fatalste Luftangriff des Zweiten Weltkrieges herein. Der britische Air Chief Marshal Sir Arthur Harris schickte 772 Flugzeuge in zwei Wellen über die Stadt. Zuerst rissen 1478 Tonnen Sprengbomben Schneisen ins Häusermeer, später regnete es 1182 Tonnen Brandbomben und Luftminen. Mitten in das Inferno luden am nächsten Mittag 311 US-Bomber 771 Tonnen Bomben ab. 24 Stunden später bombardierten Flugzeuge nochmals mit 463 Tonnen Sprengbomben Elbflorenz, das längst im Feuerorkan untergegangen war, wobei mindestens 25.000 Menschen - vom Säugling bis zum Greis - lebendig verbrannten, von Trümmern erschlagen wurden, an geplatzen Lungen starben.

Zurück