In heutigen Zeiten des Sterbens kleiner, vom Inhaber geführter Geschäfte ist das eine Sensation. Die Radebeuler Buchhandlung Sauermann an der Meißner Straße 264 von der 49-jährigen Ute Sauermann besteht seit 100 Jahren in Familienhand. Gegründet 1922 von ihrem Großvater Heinrich Sauermann überlebte das Einzelhandelsgeschäft Hyperinflation, Diktaturen, Krieg und sogar die heutige Leseunlust nebst Buchhandelsgeschäfts-Sterben.   

Die starke Hitze und lang anhaltende Trockenheit setzt auch uralten Bäumen in den Parks von Sachsen Staats-Schlössern, Burgen und Gärten enorm zu. Es häufen sich die Grünastabbrüche, welche zu einer Gefahr für Parkbesucher werden können, unkalkulierbar und nicht vorhersehbar sind. Absperrungen machen keinen Sinn. Da man auf vollständige Parkschließungen verzichten will, werden alle Besucher um besondere Aufmerksamkeit gebeten.

Die gewaltigen Schwankungen des Elbpegels zwischen 72 Zentimeter und 1,50 Meter in den letzten Tagen - enorme Trockenheit mit versiegenden Bächen und plötzliche Starkniederschläge am Oberlauf in Tschechien - machen jetzt auch der Weißen Flotte zu schaffen. Die musste tageweise auf die Hälfte der Kapazitäten und Auslastung verzichten, z. B. die Wandertour in die Sächsische Schweiz streichen.

Coronabedingt feiern die Bürger des Bad Schandauer Ortsteils Prossen an der Elbe dieses Wochenende ihre legendäre "Schifferfastnacht". Mit bunten Jubiläums-Festumzügen (jeweils ab 13.30 Uhr) treiben sie nun mitten im Hochsommer den Winter aus. "Prossen ahoi!" schallte es wieder mächtig durchs Elbsandsteingebirge, wenn Herr Wassermann die Umzüge anführt. Zur Tradition gehört, dass die Umzüge große Schiffsmodelle dabei haben.

Heute und morgen wird zwischen "Blauem Wunder" und Schloss Pillnitz das 30. Elbhangfest gefeiert. Unter dem Motto "Gute Gründe für Phantasie" geht dieses größte Bürgerfest Dresdens mit U- bis E-Musik, Kulinarik, Kunsthandwerk, Bier und Elbtal-Weinen über die Bühne.

Sechs Monate vor Heilig Abend erinnern Sachsens Evangelisch-Lutherische Kirchen am heutigen 24. Juni 2022 mit Andachten, Konzerten und mächtigen Feuern z. B. auf Friedhöfen an die Geburt Johannes des Täufers. Dieser taufte später als Bußprediger Jesus Christus im Jordan.

Einer der großen Kunstmaler des 20. und 21. Jahrhunderts, der 1937 geborene Dresdner Max Uhlig, feiert heute seinen 85. Geburtstag. Der bedeutende Gegenwartskünstler, in dessen Werk die Liebe zum Menschen und zur Natur spürbar ist, stiftete bereits 2018 mit seiner Frau Angela Simon der Kulturstiftung des Freistaates neben zahlreichen Kunstwerken sein Atelier- und Wohnhaus.

Paukenschlag bei unserer weltberühmten Sächsischen Staatskapelle. Die über 140 Musiker wählten den gegenwärtig wohl besten und begehrtesten Kapellmeister der Welt, Daniele Gatti, zu ihrem neuen Chefdirigenten. Bereits seit Februar 2000 arbeitet der 1961 in Mailand geborene Ausnahmekünstler mit der Kapelle. Er kann ab Juli die Stelle von Christian Thielemann antreten, dessen Vertrag nicht mehr verlängert wurde.  

In Sachsen - dem Land, das durch den Bergbau reich wurde - gibt es immer wieder Schäden durch den Altbergbau. In Freital tat sich jetzt in der Kleingartenanlage an der Rotkopf-Görg-Straße die Erde auf, riss zwei Gartenlauben und ein Gewächshaus in die Tiefe. Bislang hat der Erdloch sechs Meter Durchmesser und reicht fünf Meter in den Boden. Doch es besteht die Gefahr der Vergrößerung. Denn genau hier existierte einst ein 300 Meter tiefes Steinkohlebergwerk.

Die Schlösser Batzdorf, Hirschstein, Jahnishausen, Proschwitz, Reichstädt, Scharfenberg, Siebeneichen, Zabeltitz und das Rittergut Limbach vereint dieses Jahr ein Kammermusik-Sommer. An jedem Hof, wo früher der Meißner Landadel residierte, sind vom 17. Juli bis 18. September musikalische Leckerbissen zu erleben. Die Kartenpreise für "Musik an den Höfen des Meißner Landadels" liegen zwischen 30 und 38 Euro.

Mitte Juni kam im Uniklinikum der TU Dresden Jonas (3415 Gramm schwer, 50 Zentimeter groß), das 1000. Baby im Jahre 2022, zur Welt. 527 Jungen und 473 Mädchen, darunter 30 Zwillinge, wurden hier in diesem Jahr geboren. Wir wünschen allen Gottes Segen und das sie zu unserem einzig wahren Dreieinigen Gott finden mögen.

Man kennt Herrnhut durch die Weihnachtssterne mit 25 Zacken, von denen allein 2021 um die 780.000 Stück produziert worden. Doch diese Kleinstadt mit etwa 6000 Seelen in der Oberlausitz (Stadtrecht seit 1929) hat ein sehr bewegte Geschichte. Gründer waren böhmische Exulanten vor 300 Jahren. Für diese Glaubensflüchtlinge soll der Zimmermann Christan David am 17. Juni 1722 den ersten Baum zwecks Bauholzgewinnung für Häuser gefällt haben. Aus den protestantischen Flüchtlingen entwickelte sich die Brüdergemeine und eine mächtige Freikirche, welche heute weltweit rund 1,2 Millionen Mitglieder zählt (800 leben in Herrnhut). Bekannt sind ihre jährlichen "Herrnhuter Losungen". Die Stadt bestimmend sind noch heute der gerade für vier Millionen Euro sanierte Herrnhuter Kirchensaal und der Gottesacker mit der barocken Parkanlage und Lindenallee am Hutberg, wo 6000 verstorbene Brüder auf die Auferstehung hoffen.  

Die wohl über die polnische Grenze von Wildschweinen eingeschleppte Afrikanische Schweinepest (APS, 2020 erstmals im Freistaat nachgewiesen) breitet sich rasant in Sachsen aus. Nachdem immer mehr infizierte Tiere festgestellt werden - 1372 amtliche Nachweise gibt es aus den Landkreisen Görlitz, Bautzen und Meißen - weiten die Behörden die Schutzzonen aus. Die nur bei Haus- und Wildschweinen auftretende und hoch ansteckende Erkrankung ist unheilbar, verläuft fast zu 100 Prozent tödlich.  

Einer der Dresdner Stadtbeamten, welcher das Antlitz von Elbflorenz im 20. Jahrhundert bis heute entscheidend prägt, war der am 13. Juni 1872 geborene Hans Erlwein. In Bayrisch Gmein geboren, kam er 1905 nach Dresden. Der Artesische Brunnen am Albertplatz gehört genauso wie das "Italienische Dörfchen" oder der Städtische Speicher (heute Maritim Hotel) zu seinen Schöpfungen. Viel zu früh starb er 1914 bei einem privat organisierten Transport, der u. a. Lebensmittel und Geschenke für deutsche Soldaten an die Westfront bringen sollte. Er wurde auf dem Soldatenfriedhof Noyers-Pont-Maugis begraben.  

Dresden ist unter den 20 größten Städten Deutschlands jene mit den geringsten Verkehrsunfällen. 2021 gab es hier nur noch 2138 Unfälle pro 100.000 Einwohner. Bei den tödlich Verunglückten ist Elbflorenz mit 70 Prozent Rückgang ebenfalls einsamer Spitzenreiter.